Handball wird zur Hauptsportart

Tischtennis, Leichtathletik, Geräteturnen und - als dominierende Sportart - Handball prägten das Angebot des Vereins. Heute fragen sich viele Jüngere, warum gerade Handball und nicht die Massensportart Fußball ausgewählt wurde. Ursprünglich bestand in der Tat die Absicht, eine Fußballabteilung zu gründen. Dies scheiterte aber daran, dass keiner der Interessenten geeignetes Schuhwerk besaß. Unter welch schwierigen Verhältnissen zur damaligen Zeit der Sportbetrieb durchgeführt werden mußsste, beweisen die Berichte älterer Vereinsmitglieder. Aus heutiger Sicht geradezu abenteuerlich beschaffte sich das langjährige Vereins- und Vorstandsmitglied Ernst Kittlaus geeignete Sportschuhe. Er war nämlich im Besitz von Kommiss-Stiefeln, die er gegen ein Paar Halbschuhe eintauschen konnte. Die Halbschuhe wiederum tauschte er gegen ein Paar Turnschuhe und damit konnte er am Handballbetrieb teilnehmen.

Trotzdem fehlte es an allen Ecken und Enden. Die meisten Mannschaften standen sich nach dem Kriege in weißen Unterhemden gegenüber, weil ein solches Stück fast jeder besaß. Not macht jedoch bekanntlich erfinderisch und so forderte der MTV seine Mitglieder auf, die Unterhemden abzugeben und der Verein sorgte dann dafür, dass diese weißen Unterhemden grün eingefärbt wurden. Nur durch das Engagement vieler war es auch möglich, am Spielbetrieb teilzunehmen. Mitglieder hatten sich bereiterklärt, Benzin für Fahrten nach außerhalb zu spenden. Etwas leichter hatten es die Turnriegen des MTV. Nachdem die Flüchtlingsfamilien den Schraderschen Saal als Notwohnung verlassen hatten, konnten sie wieder dort turnen, zumal die Sportgeräte noch vorhanden waren. Schon bald wurde eine Vereinsmeisterschaft im Dreikampf mit Kugelstoßen, Weitsprung und 100m-Lauf durchgeführt, dies alles natürlich mit äußerst bescheidenen Möglichkeiten. Weil Wassel keinen Sportplatz hatte, nutzte man die Weide des Landwirtes Köhler für Leichtathletik-Wettkämpfe und Handball. Der 100m-Lauf wurde auf der Rethener Straße, der Bundesstraße 443, ausgetragen, weil dieser Wettbewerb auf der Viehweide nun wirklich nicht stattfinden konnte.

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