Handballer aus Wassel gewinnen Jubiläumsturnier

Unter großer Beteiligung der Bevölkerung und auswärtiger Vereine feierte man 1957 das 60jährige Bestehen des MTV. Das Jubiläumshandballturnier gewann die Wasseler Mannschaft gegen die des TSV Rethen und sogar die Kreisturnriege nahm an der Jubiläumsfeier teil. Für den Kreissportbundvorsitzenden Willi Nasemann war es als Gast erstaunlich, dass eine Voltigiergruppe des Reitervereins Vogtei Ruthe mitwirkte. Und schon damals hatte man offensichtlich meistens Glück mit dem Wetter in Wassel. Die Hannoversche Allgemeine Zeitung berichtete am 04.06.1957 über das Jubiläumsfest, "dass der MTV als schönstes Geschenk prächtiges Wetter erhielt".

Hatte man gerade noch ein schönes Fest in voller Harmonie gefeiert, gab es dann in der ersten Herrenhandballmannschaft Querelen, die sogar dazu führten, dass der Spartenleiter abberufen wurde. Ihm warf man vor, die Mannschaft beim Turnier in Bothfeld im Stich gelassen zu haben. Mit dem aufkommenden Wohlstand gab es auch in anderen Bereichen ärgerliche Begleiterscheinungen. So beschwerte man sich darüber, dass einige Mitglieder, die sich für eine Busfahrt angemeldet hatten, es nicht für nötig befanden, daran auch teilzunehmen. Wohlstand, Egoismus und Selbstgefälligkeit waren aber zu allen Zeiten die größten Störenfriede, während Not nicht nur erfinderisch macht, sondern auch die Solidarität und den Zusammenhalt stärken kann. Hiervon kann sich auch ein Sportverein in einer weitgehend intakten Dorfgemeinschaft nicht ganz befreien.

Schon bald war der Ärger überwunden, so dass man sich wieder dem Sportlichen widmen konnte. Das Sportfest zum 70jährigen Jubiläum vom 08. bis 10. September 1967 war ein durchschlagender Erfolg. Neben den sportlichen Veranstaltungen wirkten auch die Kapelle der Freiwilligen Feuerwehr Wassel und der Reiterverein Vogtei Ruthe mit. Und selbstverständlich gehörte auch eine gesellige Veranstaltung dazu. Wie intensiv man in Wassel feiern kann, zeigt der Dämmerschoppen im Gasthaus Schrader. Das gestiftete Fass Freibier war schnell ausgetrunken, und genauso erging es dem Biervorrat des Wirtes. Damit die Feier nicht abgebrochen werden musste, holte man schnell zwei Fässer Bier von damals je 57 l Inhalt aus der Krackeschen Wirtschaft. Aber selbst dies reichte nicht, den Durst aller zu löschen, so dass man schließlich sogar noch ein weiteres Fass Bier aus dem Müllinger Tivoli ausleihen musste.

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