75 Jahre MTV - Sportbundvorsitzender sorgt sich um Rückkehr

Fast genau fünf Jahre später feierte man vom 09. bis 17.09.1972 das 75jährige Jubiläum des Vereins zum ersten Mal mit einem Zeltfest und einer Festzeitschrift. Wie viel Arbeit damit für alle verbunden ist, weiß jeder einzuschätzen, der einmal so ein Jubiläum organisiert hat. Es gab aber auch zu schmunzeln. So schrieb man den Vorsitzenden des Kreissportbundes an mit der Bitte um ein Grußwort. Dieser erbat sich aber nicht nur eine Festschrift, um sich über das Vereinsleben informieren zu können, er äußerte gleich auch seine Bedenken über den Verlauf des Kommers, bei dem er seine Grußworte sprechen sollte. Er meinte nämlich, dass "ein entsprechend starkes Mikrofon zur Verfügung stehen müsste, weil sonst die Feierlichkeit des Anlasses im Thekengeräusch untergeht. Außerdem müsste für seine gesunde Rückfahrt nach Hannover Sorge getragen werden."

Erster Teil des Jubiläumsfestes war ein Handballturnier mit 28 Herren- und Jugendmannschaften. Dieses Handballturnier ist mittlerweile zu einer festen Tradition geworden. Seit genau 20 Jahren findet es alljährlich am Wochenende vor den Sommerferien auf dem Wasseler Sportplatz statt. Für die mehr als 80 Damen-, Herren- und Jugendmannschaften ist dieses Turnier inzwischen zum inoffiziellen Abschluss der Sommersaison geworden.

Zum Schluss nicht unerwähnt bleiben soll, welche Anstrengungen unternommen werden mussten, um für den Verein einen neuen Sportplatz sicherzustellen, denn die seit Jahrzehnten geplante Umgehungsstraße für die B 443 sollte den alten Platz diagonal durchschneiden. Viele Behördengänge waren nötig, viele Wege wurden beschritten, um zum Erfolg zu kommen. Alle Register wurden vom Vorstand gezogen und dann regelte sich alles fast von selbst. Die Gemeinde Sehnde, der man seit der Gebiets- und Verwaltungsreform angehört, sorgte für den neuen Sportplatz in der Kleinen Kampstraße und die Pläne für die Umgehungsstraße wurden fallengelassen.

Viel Unruhe kam Anfang der achtziger Jahre von außen in den Sportverein hinein. Die Gemeinde Sehnde wollte unbedingt die alte Wasseler Schule verkaufen. Gebaut werden sollte ein Feuerwehrgerätehaus mit einem Sporttrakt. Viele Wasseler wollten sich mit dieser Lösung überhaupt nicht anfreunden, weil die Schule nach dem Kriege mit viel Eigeninitiative und durch Spenden von Wasselern gebaut wurde. Der Sportverein - so die Vorstellung einiger - sollte die Schule übernehmen. Eine eigens gegründete Arbeitsgruppe kam jedoch zu dem Ergebnis, das die sich daraus ergebenden finanziellen Risiken aus Sicht des Männerturnvereins nicht zu verantworten wären. Die Meinungsverschiedenheiten und der Ärger waren mit ausschlaggebend dafür, daß der damalige Vorsitzende Gerhard Gellermann für manch einen überraschend zurücktrat und der Vorstand im Oktober 1984 viele neue Gesichter erhielt.

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