Mitglieder - Turnerinnen nicht eingerechnet

Eingerechnet waren zudem nicht "bloß zahlende Turnfreunde", Schüler unter 14 Jahren und - man höre und staune - Turnerinnen! Seinerzeit gehörte der Deutschen Turnerschaft auch der Turngau "Deutsch-Österreich" an. Dieser hatte aber bei der Zahl seiner Mitglieder die Einwohner des slowakischen, italienischen und ungarischen Teils der Bevölkerung nicht mitzurechnen.

Beim Geräteturnen stand das Turnen am Reck im Vordergrund. Schon am 22.11.1897 hatte nämlich der Schmiedemeister August Rulff in Wassel zum Preise von 9,50 Mark eine neue Reckstange geliefert. Dazugekauft wurden für 75 Pfennig Magnesia und für 5 Pfennig Schmirgel.

In der Monatsversammlung am 05.02.1898 wurden die Vereinsfarben rot und grün festgelegt. Der Verein fand schon vor 100 Jahren viel Zuspruch bei der Bevölkerung, was seinen Niederschlag in den Neuaufnahmen zusätzlicher aktiver und passiver Mitglieder fand. Da das Turnen im Verein aber auch immer wieder ungebetene Zuschauer anlockte, fasste man im Juni 1898 folgenden Beschluss: "Der Vorstand soll die Zuschauer zum Eintritt in den Verein oder zum Verlassen des Turnplatzes auffordern". Heute wird in Wassel selbstverständlich niemand mehr zum Verlassen des Platzes aufgefordert, sehr wohl nutzt aber man jede Gelegenheit, Nichtmitglieder von der Notwendigkeit zum Vereinseintritt zu überzeugen.

Trotz aller guten Vorsätze blieben dem aufblühenden Verein natürlich Rückschläge nicht erspart. Wie rigoros man damals mit Verfehlungen von Vereinsmitgliedern umging, zeigt dieses Beispiel. So musste der Vorturner Heinrich Sievers "wegen dreimaligen unentschuldigten Fehlens hintereinander" aus dem Verein ausgeschlossen werden. Das Turnen konnte deswegen nur noch einmal wöchentlich sonnabends stattfinden. Er war es übrigens, der eigentlich einen Pfeifenclub gründen wollte.

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